Das Prinzip von Sonne-Hag-All im musikalischen Schaffen Halgadoms und die Bedeutung des Drachen als mythisches Wesen

Sonnenrad und Hagal-Rune fanden schon vor vielen Jahren Einzug in die Symbolik Halgadoms. Genauer gesagt, in das Halgadom-Runensiegel. Das Prinzip Sonne-Hag-All beschreibt, was stets als Intention hinter dem künstlerischen Wirken und Schaffen stand. Es war immer das Ziel, mehr als nur Kunst zu schaffen, ja, wenn möglich der Hörerschaft sogar Impulse zu geben und so Kräfte freizusetzen. Als Krönung einer 10-jährigen Schaffensperiode findet dieser Gedanke stärker als zuvor in dem Titel "Wille : Tatkraft : Potential" seinen tiefsten Ausdruck.

Wieder einmal herrscht eine Zeit, in der die Zahl wider den Geist regiert. Der Mensch als Individuum soll sich nicht als Teil einer gewachsenen Gemeinschaft fühlen und sich in diese einbringen, sondern in einer undefinierbaren, beliebigen "Menschheit" aufgehen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Sprache, Tradition und Identität einer barbarischen Egalität geopfert. Doch in diesem Menschenchaos der Gleichmacherei finden die Kräfte des Schöpfertums kein Gestaltungsmaterial. So wie Pflanzen ohne Wurzeln verkümmern, so verkümmert der Mensch an Geist, Körper und Seele. Um diese Wolfszeit zu überstehen, bedarf es der Bewußtwerdung dessen, was uns ausmacht und was uns von Anderen unterscheidet. Kraft für diesen steten Kampf mit uns selbst und den dekadenten Einflüssen, die auf uns einwirken, gibt uns Sonne-Hag-All als Zeichen der unbesiegbaren Sonne: Sol Invictus!

Im Aufflammen alter Mythen verbirgt sich eine große Sehnsucht. Der Mensch erkennt, offensichtlich oder unbewußt, die ihm innewohnende, Halt gebende Ordnung. Werden die Mythen vergessen, vergißt er sich selbst und verliert auf diese Weise sein metaphysisches Gedächtnis, sowie seine Identität. Ein Mensch ohne Gedächtnis oder Identität jedoch ist wie ein Schiff ohne Segel und gibt sich selbst den vernichtenden Winden des Chaos preis. Denn die unbändigen Kräfte der Zerstörung suchen sich ihren Weg unaufhaltsam und auf vielfältigste Art und Weise. Sie füllen jene Leere in unserem Unterbewußtsein, die das Vergessen unserer Mythen hinterlassen hat. Doch unsere Mythen sind mehr als bloße Geschichten und Märchen. Sie sind Weisheit und für uns richtungsweisend. Trotz ihres Alters können wir sie noch heute für uns deuten, da sie in ihrem Kern und in ihren Aussagen zeitlos sind. Sie erfassen in ihrer Tiefe nicht nur einzelne Teile des Seins, sondern sie erfassen intuitiv das Ganze: Das Hag-All und somit das All-umhegende!

Diesen Geist finden wir in der Mutter aller Runen, dem Symbol der Hagal-Rune. Sie erinnert nicht zufällig in ihrer Form an die Struktur eines Kristalls. Besteht nicht alles in und um uns auf mikroskopisch kleiner Ebene in irgendeiner Art aus kristallinen Formen und Gebilden? Suche nicht nach Gott oder Himmel außerhalb Deiner Selbst. Denn so wie Dein Körper Dein Tempel ist, so sollen Deine Gedanken Dein Himmelreich, Dein Walhalla sein. Auch Teufel und Dämonen schaffst Du Dir selbst. Sie sind Energien, die sich aus Ängsten und Verdrängtem nähren und dadurch an Gestalt gewinnen. Stelle Dich ihnen und bezwinge sie. Das ist der erste Schritt auf dem steinigen Weg zur Befreiung des Über-Ichs. All die Götter, die in den alten Liedern besungen werden, findest Du in Deinem Herzen. Jeder von uns in einer anderen Konzentration und Ausprägung. Das macht unseren Charakter aus und uns alle verschieden. Wotan als Urbild wird in diesem Lichte eine ganz besondere Bedeutung zuteil. Denn er vereint die Eigenschaften aller Götter in sich selbst als All-Vater. Nach diesem Muster gilt es uns selbst zu begreifen und zu verstehen, daß der Archetypus des Wotan ein Synonym für den erkennenden Menschen ist. Jeder Gott ist also ein Archetyp, ein Urbild mit einer ihm anhaftenden Bedeutung, die im kollektiven Unterbewußtsein verankert ist. Bitten wir um die Macht der Götter, so zapfen wir im Grunde nur ein geheimes Kraftzentrum an: Unsere innere Sonne! Du bist Gott und somit Sonne! Sonnenhaft zu sein bedeutet gleichermaßen göttlich zu sein. Symbol dieses edlen Menschentums ist das Sonnenkreuz.

Der Drache, oft als Schlange dargestellt, versinnbildlicht das verborgene Potential sowie die ruhende Willensstärke. Er ist uns Inspiration und Eröffner neuer Möglichkeiten. Vielleicht zierten einst aus diesem Grunde mächtige Drachenköpfe die Schiffe unserer Vorfahren, wenn sie auf unbekannten Wegen die Meere durchsegelten. Kaum ein anderes Mythenwesen vereint Geschmeidigkeit, Kraft und Vitalität in so perfekter Harmonie. Da Kräfte dieser Art von Zeit zu Zeit unkontrollierbare Ausmaße annehmen können, verbannte Wotan diese Macht in Gestalt der Riesenschlange Jörmungand, in die Tiefen des nicht Sichtbaren, also in unser Unterbewußtsein. Doch beginnt der Drache sich erst einmal zu regen und tritt er seinen Flug um die Weltensäule an, um am Gipfel eins mit ihr zu werden, beginnt der Prozeß des Erkennens. Es gleicht dem zyklischen Prinzip der Erneuerung, welche uns symbolhaft in unseren Mythen in zwei Abschnitten versinnbildlicht wird. Zum einen in Ragnarök, also dem Untergang der Welt, bei dem die erwachende Schlange eine wichtige Rolle spielt und dem darauf folgenden Goldenen Zeitalter, welches aus den Trümmern der alten Welt bzw. dem alten und überholten Bewußtsein emporsteigt.

Wenn einst die Blendwerke moderner Ideen verlöschen und der Bann, der die trüben Schleier wob, fällt, erst dann wird der wahre Mensch aus den rauchenden Trümmern der sogenannten Moderne als Sieger emporsteigen. Denn was heute als modern gilt, ist wider der natürlichen Ordnung. Wer Ungleiches gleich setzt, verkennt den Wert der Einzigartigkeit. Und derjenige der alles auf eine Stufe stellt, nicht zu differenzieren weiß, mag nicht mehr zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Die letzte Konsequenz dieses Handelns ist die Selbstaufgabe und somit der eigene Tod. Mag auch die Apokalypse gegen Germanien reiten, die Götzen Thules Tore rammen und drückt auch die Zahl, die Masse, den Geist zu Boden - steht fest zusammen! Denn wer allen Chimären zum Trotz den Wirren dieser Wolfszeit widersteht, wer nicht von dem unaufhaltsam sich drehenden Weltenrad zermürbt wird und aufrecht an Körper, Geist und Seele bleibt, dem soll Sonne-Hag-All gleich einem brausenden Sonnenwendfeuer den Weg weisen. Kein Irrsinn kann von Dauer sein und keine Macht ohne Besinnung wird ewig walten. Am Ende werden unsere Worte wie Glocken eines neuen Äons erschallen, stehen doch die Pforten des Wassermannzeitalters bereits offen, um das den Geist erhellende Licht in diese vom Aberglauben und Veruntermenschung verdunkelte Zeit zu schleudern. So sei also wachsam! Reite den Drachen und stürme voran in die Nacht, wenn der Eine ruft von Mitternacht!

Wotan in uns!

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